Was kann man tun?

Sprachtherapie / Logopädie

Für Betroffene ist es sehr wichtig, möglichst früh nach der Diagnose mit der Sprachtherapie zu beginnen.

Das Ziel ist, den Patienten zu stimulieren und Fehlanpassungen zu verhindern.
In der Akutphase ist eine intensive Sprachtherapie nötig, um die Rückbildung der Störung („Spontanremission“)  zu unterstützen.

Eine tägliche Logopädieeinheit ist für die Erholung des Aphasikers von großer Notwendigkeit. Die österreichische Gesellschaft für Neurologie empfiehlt eine Sprachtherapie mit einer Intensität von durchschnittlich 8 Stunden pro Woche.

In Deutschland brachten neue Studien das Ergebnis, dass eine Therapie mit mehr als 8 Stunden pro Woche wirksamer und daher empfehlenswert ist. Siehe auch: https://fcet2ec.aphasiegesellschaft.de

Die Aphasietherapie zielt auf die Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten und der Kommunikations-Fähigkeit des Betroffenen ab. Im Mittelpunkt steht auch die Minderung der Beeinträchtigungen in der aktiven Teilnahme am sozialen Leben.
Die Ressourcen und  Wünsche des Patienten sollen in der Therapie unbedingt beachten werden (s.a. ICF – International Classification of Functioning, Disability and Health, z.B. www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/

Inhalte einer solchen Therapie können sein: (Individuelle Therapien)

  • Aufbau von fehlenden sprachlichen Fähigkeiten auf Laut-, Wort-, Satz- und Textebene. Die Therapie orientiert sich je nach Störung in eine Richtung.
  • Verbesserung von unvollständigem oder abweichendem Sprach- und Sprech-Verhalten.
  • Stimulierung von vorhandenen, aber nicht abrufbaren Sprachfähigkeiten.
  • Vermittlung von sprachersetzenden Ausdrucksmitteln (z.B. Gestik, Zeichnen, Verwendung von Bild-Symbolen).

Zusätzlich kommen Methoden der kommunikations-orientierten Behandlung hinzu, wie z.B.:

  • Sprachliches Rollenspiel
  • Kommunikations-Training im Alltag
  • Dialog-Training von Patienten und Angehörige

Darüber hinaus sollte störungs-spezifisches Üben in Einzeltherapie folgen. Die geübten sprachlichen Fertigkeiten werden durch Übungen stabilisiert, erweitert und wenn nötig durch sprachliche und nichtsprachliche Ersatzstrategien ergänzt.

Neuropsychologische Diagnostik  

Die Aufgabe der klinischen Neuropsychologie ist die Untersuchung und Behandlung von sprachrelevanten Begleitstörungen wie z.B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Problemlösen sowie visuelle Wahrnehmung usw. als auch des emotional-affektiven Zustandes bei Menschen mit neurologischen Erkrankungen.

Im deutschsprachigen Raum setzt man den AAT (Aachen Aphasie Test, Huber u. Mitarbeiter, 1983) für Erfassung von Sprachstörungen routinemäßig ein. Er beinhaltet dem Token-Test, Untertests für die Spontansprache, für Nachsprechen, Schriftsprache, Benennen und das Sprachverständnis. Man kann auf diesen Test die aphasische Störung nach ihrer Ausmaß und ihrer Art beschreiben.

Auf Grund der meist vorhandenen Probleme mit der Spontansprache ist es oft schwierig Menschen mit Aphasie nach ihren Beschwerden, Problemen, Sorgen ausführlich zu befragen. Deswegen ist eine Fremdanamnese (Befragung der Bezugspersonen, z.B.: Angehörige) speziell wichtig für Aphasiediagnostik.

Viele der Aphasiker (bis zu 80%) haben begleitende kognitive Defizite, wie zum Beispiel eine Aufmerksamkeitsproblematik oder Planungsdefizite. Für die individuelle Therapieplanung ist es daher von großer Bedeutung über die Stärken und Schwächen des Betroffenen Bescheid zu wissen, um die Rehabilitation adäquat an den Patienten anpassen zu können.

Allgemeine Information siehe auch www.gnp.de/_de/fs-Was-ist-Neuropsychologie.php

In Österreich zahlt die Kassa die neuropsychologische Diagnostik, die neuropsychologische Therapie muß selbst bezahlen werden (keine Kassaleistung). Online-Suche auf der Seite vom GNPÖ : www.gnpoe.at/besucher/niedergelassene-klinische-neuropsychologinnenen

Pharmokologische Therapie – In Arbeit